Lebensspuren – Biografiearbeit in Betreuung und Pflege (2202-82)

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Biographiearbeit Altenpflege

Fortbildung für Mitarbeitende in der Betreuung nach § 53c und § 45b SGB XI
Unsere Weiterbildung ist gem. der Richtlinien zur Qualifikation zusätzlicher Betreuungskräfte in Pflegeeinrichtungen des GKV konzipiert.

Mit Biografiearbeit kann in der Betreuung und Pflege zu einem respektvollen Kontakt mit hilfebedürftigen Menschen beigetragen werden.

Wer Geschichten seines Lebens erzählen kann, gewinnt wieder mehr Selbstwahrnehmung und Selbstvertrauen.
Die Resilienz bei Betreuenden und Betreuten wird gestärkt und die Begegnung zwischen Menschen erhält mehr Nähe und Tiefe.

Die Wirkung von Biografiearbeit wird für Seminarteilnehmer auch „am eigenen Leib“ erfahrbar gemacht.
Gerade in der zweitägigen Veranstaltung werden wir einen erheblichen Teil der Zeit darauf verwenden, mit verschiedenen Übungen zum “Blick in den Rückspiegel” auf das bereits gelebte Leben eigene Kompetenzen und Ressourcen zu erkennen und womöglich einen roten Faden zu entdecken.

Die Fragen danach, was einem Menschen wichtig ist und was von ihm bleiben soll, spielen bei der Betreuung und Pflege eine große Rolle und sind besonders in der letzten Lebensphase eine gute Möglichkeit, Nähe zwischen Betreuten und Betreuenden sowie mehr Selbstwahrnehmung zu erzeugen

Biographie Arbeit in der Pflege

Biografiearbeit ist keine „neue Disziplin“, sondern ein zu integrierender Bestandteil in der Arbeit mit Menschen – besonders mit Menschen, die unserer Hilfe und Pflege bedürfen.

Sie ist laut bspw. einer Studie von Prof. Dr. Ernst Bohlmeijer als Beschäftigung mit der eigenen Lebensgeschichte deutlich gesundheitsfördernd.
Emotionaler Stress, Sorgen und Belastungen können minimiert werden, Depressionen wird vorgebeugt und ein positiver und dankbarer Blick auf das Leben wird möglich.

Biografiearbeit gehört zum wichtigen Repertoire der modernen Pflege, um Menschen auf der persönlichen Ebene würdig begegnen zu können.
Erinnerungspflege macht in der Regel auch sehr viel Spaß, kann vielfältige Befriedigung schaffen und alltägliche Betreuungssituationen spürbar entlasten.
Zuhören, Aufnehmen und Verarbeiten gehören ebenso dazu wie das aktive Erzählen und das „Sprechen über die Dinge des Lebens”.

Eigene Erzählungen sind ein wichtiger Bestandteil der Persönlichkeit und leisten bei der Pflegearbeit als ganzheitlicher Zugang zum Menschen gute Dienste.
Die aktuelle Lebenssituation kann dadurch umfassender begriffen und verbessert werden.

Ein Mensch, der aus seinem sozialen System gerissen wird, fühlt sich schnell heimatlos und fremd – verliert an Selbstvertrauen, besonders bei Hilfsbedürftigkeit in Alter oder Krankheit.

Menschen, die von sich selbst erzählen können, nehmen sich selbst wahr und bekommen mehr Selbstbewusstsein, wenn dem Schicksal des einzelnen Menschen ein Wert zugesprochen wird.

Gute Biografie-Arbeite verändert Erinnernde und Zuhörende:
Der einzelne Mensch ist nicht mehr reduziert auf seine Erscheinung in der Gegenwart.
Die alte pflegebedürftige Dame wird zur Frau mit eigener Lebensgeschichte, mit Träumen, Wünschen, Beruf und Sexualität und Respekt entsteht.

Doch Biografiearbeit braucht das richtige Verhältnis von Nähe und Distanz und Achtsamkeit als innere Haltung. Gerade bei Menschen mit womöglich traumatisch besetzter Vergangenheit durch Flucht und Krieg kann es Angst vor Vertrauensmissbrauch oder Kritik, Schuldgefühle und Verletzungen geben.

Das Seminar zeigt an Übungen mit der eigenen Geschichte, wie Biografiearbeit wirken kann und möchte Anleitungen geben, wie Erinnerungsarbeit mit Leichtigkeit über verschiedene Zugänge in den Alltag eingebaut werden kann.

Entweder im Zwiegespräch oder in der Gruppe
  • Mit einer Sammlung von Gegenständen
  • In Erzählcafés oder Erzählrunden
  • Mit Musik

Für individuelle Fragen und Themen der Teilnehmer wird es Raum geben.

Zielgruppe

Heilpraktiker/in
Pflegeberufe
Medizinische Fachberufe
Palliativ- u. Hospizpflege
Therapeutische Berufe
Heilpraktiker/in Psychotherapie
Gesundheits- & Krankenpfleger/innen
Betreuungskräfte / Alltagsbegleiter
Interessierte
Begleitender Dienst
Auszubildende, Studenten und Schüler

Referent

Benze, Susanne

Literaturempfehlung

Gabriele Steinbach, „Gelebtes Leben. Praxisbuch Biografiearbeit.“, Hospiz-Verlag,2018
Martina Kellner-Fichtl, „Resilienzförderung durch Biografiearbeit“, BoD, 2017

Uhrzeiten

Montag, 07.02.2022 von 09.00 – 17.00 Uhr
Dienstag, 08.02.2022 von 09.00 – 17.00 Uhr

Seminarnummer2202-82
Beginn07.02.2022
Ende08.02.2022
Unterrichtseinheiten16
Fortbildungspunkte16
Veranstaltungsort
Karl-Wiechert-Allee 66, 30625 Hannover
Seminargebühr
275,00 €*
Besonderheiten

*In den Gesamtkosten enthalten sind neben den Seminarunterlagen außerdem Heiß- / Kaltgetränke sowie Pausensnacks.
Sonstige Nebenkosten wie Anreise Übernachtung, Verpflegung oder Mittagessen sind im Kurspreis nicht enthalten.

Für die Teilnahme können 10 Fortbildungspunkte für die Registrierung beruflich Pflegender angerechnet werden.

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