Heilsamer Umgang mit Tod und Trauer (2211-148)

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Sterben Tod und Trauer

Ein Seminar über den heilsamen Umgang mit der Thematik Trauerbegleitung und Trauerbewältigung unter besonderer Berücksichtigung der eigenen emotionalen Haltung.

Vor gut 100 Jahren sind ca. 90% der Menschen noch zu Hause gestorben.
Heute stirbt der Großteil der Menschen in Institutionen, Krankenhäusern, Pflege- oder Seniorenheimen.
Dadurch kommen immer mehr medizinisch Geschulte in ihrem beruflichen Umfeld mit Tod und Trauer in Berührung.

Der Grundsatz der modernen Medizin, das Leben unter allen Umständen zu erhalten, greift in Anbetracht Sterbender und Trauernder ins Leere.
Den Tod quasi als Feind zu betrachten trägt weder in der Palliativ medizinischen Situation, noch in der Begleitung Trauernder dazu bei, eine würdige Atmosphäre zu schaffen.

Denn die Themen „Sterben“, „Tod“ und „Trauer“ sind in unserer Gesellschaft leider noch immer weitgehend tabuisiert.
Deswegen ist der Umgang mit trauernden Menschen, wenn er nicht ganz gemieden wird, meist von Angst und Unsicherheit bestimmt.
Ratschläge, die Trauernde aus ihrem Umfeld bekommen, wie:
„Du musst endlich loslassen!“ oder „Mach doch mal wieder was Schönes!“
sind nach unserer Ansicht aus dem unbewusstem Bedürfnis der Ratgeber motiviert, die Trauer nicht mehr sehen und die eigene Angst davor nicht mehr spüren zu müssen.

In diesem Seminar sollen deshalb in Gesprächen und Übungen Themen wie z.B.:
„Nähe und Distanz“, „Mitleid oder Mitgefühl“, „hilfreiche Rituale“, „Sterbephasen nach Kübler-Ross“ und andere behandelt werden,
nicht nur, um zu einem möglichst angstfreiem Umgang mit Tod und Trauer zu führen, sondern auch, um erkennbar und erfahrbar zu machen,
welchen besonderen Wert die Zeit um den Tod herum für alle Beteiligten haben kann.
Denn Sterbende, Trauernde und auch deren Begleiter leben oft in einer Seelentiefe, die es so in unserem Alltag kaum gibt und die aber unseren Blick für das schärft, was wirklich wichtig ist im Leben.

So gesehen, verlangen Tod und Trauer von den beruflichen Begleitern nicht nur viel, sondern haben Ihnen auch wertvolles zu geben.

Aber es sind auch Fragen, die wir uns immer wieder stellen, wenn wir den Impuls spüren, Trauernde oder Sterbende nicht allein zu lassen.
- Wie gehe ich auf trauernde Menschen zu?
-Was sage ich ihnen?
-Was hilft ihnen?
-Wie gehe ich mit der eigenen Angst oder Unsicherheit um?

In diesem Seminar wollen wir auf solche Fragen eingehen und Ansätze für einen heilsamen Umgang mit diesen Menschen und deren Gefühlwelt vermitteln.

In Gesprächen und Übungen werden u.a. auch folgende Themen behandelt: die Haltung in der Begleitung Trauernder, hilfreiche Rituale, eigene emotionale Betroffenheit.
Dabei soll die konkrete Arbeitssituation der Teilnehmenden und damit die direkte Anwendbarkeit des Gelernten besonderes Gewicht bekommen.

Das Seminar richtet sich an Menschen, die im beruflichen Umfeld mit Sterben, Tod und Trauer in Berührung kommen, aber auch Interessierte, die Angehörige, Klienten, Patienten begleiten und/oder mit ihnen über das Sterben, den Tod, die Trauer erfahren möchten.

Unterstützung bei Trauer und Trauerprozesse gestalten

Die Themen Sterben, Tod und Trauer sind in unserer Gesellschaft noch immer weitgehend tabuisiert. Die Kommunikation mit trauernden Angehörigen und Patienten selbst ist im Sterbeprozess und im Anschluss ein wichtiger Eckpfeiler zur Verarbeitung des Erlebten der Hinterbliebenen.
Der Umgang mit trauernden Menschen, wenn er nicht ganz gemieden wird, ist meist von Angst und Unsicherheit bestimmt.

Trauernde leben in einer Seelentiefe, die einem ein besonderes Gespür dafür verleiht, was im Leben wirklich wichtig ist.
Im Umgang mit den Trauernden können wir dieses Gefühl aufnehmen und eine Dankbarkeit für Dinge entwickeln, die uns sonst im alltäglichen Leben als selbstverständlich erscheinen.

Dieses Seminar möchte also neben der Unterstützung Trauernder, einen Beitrag dazu leisten, dass es immer mehr Menschen möglich wird, sich diese Schätze zu erschließen, indem es theoretische und praktische Ansätze für einen angstfreieren Umgang mit Sterben, Tod und Trauer im privaten und beruflichen Umfeld vermittelt.

Für die Entwicklung eines heilsamen Trauerprozesses ist wichtig, dass der Trauer Raum gegeben wird, sich zeigen zu dürfen, ohne bewertet zu werden.
Dann kann, wie Dietrich Bonhoeffer es 1943 aus dem Gefängnis an Freunde schrieb „…die Dankbarkeit die Qual der Erinnerung in eine stille Freude verwandeln.“
Dann „trägt man das vergangene Schöne nicht mehr wie einen Stachel, sondern wie ein kostbares Geschenk in sich.“

In diesem Seminar sollen daher in Gesprächen und Übungen Themen behandelt werden, die zu einem möglichst angstfreiem Umgang mit Tod und Trauer führen.
Außerdem werden Hilfen für den Umgang mit trauernden Mitarbeitern und Kollegen gegeben, die in ihrer belasteten Lebenssituation oft Schwierigkeiten haben, den Leistungsansprüchen ihrer Arbeit gerecht zu werden.
Oft sind dann auch Vorgesetzte und Kollegen verunsichert und die gesamte Arbeitssituation ist erschwert.
Ein verbessertes Verständnis von Trauer hilft, eine Arbeitsatmosphäre zu schaffen, die nicht nur den menschlichen Ansprüchen, sondern auch den Anforderungen der Arbeitsaufgaben mehr gerecht wird.
So kann sogar ein für alle vertrauensvolleres Arbeitsklima für alle entstehen.

Hilfreiche Unterstützung für trauernde Kinder

Zum Thema trauernder Kinder sollen Fragen erörtert werden wie z.B.:
• Wie verstehen Kinder in verschiedenen Altersstufen den Tod?
• Was hilft und was schadet ihnen?
• Sollen Kinder mit zur Beerdigung?
• Wie muss ich mit den Eltern der betroffenen Kinder sprechen?

Auch für individuelle Fragen und Themen der Teilnehmer wird es Raum geben.

Zielgruppe

Patienten / Angehörige
alle aus dem Gesundheitswesen
Sozial- u. Erziehungsberufe
Lehrer / Pädagogen
Interessierte
Auszubildende, Studenten und Schüler

Referent

Süskow, Andreas

Literaturempfehlung

Romane
GREEN, John: Das Schicksal ist ein mieser Vertäter. Carl Hanser, 2012
MC. CARTER, Anthony: Superhero. Diogenes. 2007 (Kampf eines Jugendlichen gegen den Krebs)
PohL, Peter/GIETH, Kenna: Du fehlst mir, du fehlst mir! Hanser 1994 (Tod der Zwillingsschwester durch Unfall, 14 Jahre alt)
TELLER, Janne: Nichts, was im Leben wichtig ist. Carl Hanser 2010 (Jungendliche konfrontieren sich bis zum äußersten damit, was wichtig und unwichtig für jeden einzelnen in dessen Leben ist. Eher schon Fachliteratur, sehr aufwühlend!)
DESSEN, Sarah: Zwischen jetzt und immer. Dtv pocket 2007 (Begegnung eines älteren Jugendlichen, dessen Mutter verstorben ist und eines Mädchens,dessen Vater verstorben ist)

Sachliteratur

LAKOTIA,SCHELS: Nochmal leben vor dem Tod: Wenn Menschen sterben.
ANWAR, VON DÜFFEL: Geschichten vom Sterben, Pieper. 2. Auflage 2013
KÜBLER-ROSS, Elisabeth: Leben bis wir Abschied nehmen. Kreuz Verlag 1979

FRANZ, Margit: Tabuthema Trauerarbeit. Erzieherinnen begleiten Kinder bei Abschied, Verlust und Tod. Don Bosco. 2002 )(viele Beispiele)
PAUL, Chris: Neue Wege in der Trauer-und Sterbebegleitung. Hintergründe und Erfahrungsberichte für die Praxis. Gütersloher Verlagshaus 2001
TAUSCH-FLAMMER, Daniels/Bickel, Lis: Wenn Kinder nach dem Sterben fragen. Herder 1994 (Begleitbuch für Erwachsen und Kinder mit praktischen Anregungen)
PALS,SANNECK,WIESE: Rituale in der Trauer. Ellert & Richter Verlag
KACHLER, Roland: Meine Trauer wird dich finden: Ein neuer Ansatz in der Trauerarbeit. Kreuz-Verlag 2012

Autobiografische Aufzeichnungen
STÄRKER, SEITZ: Nana… der Tod trägt Pink. Der selbstbestimmte Umgang einer jungen Frau mit ihrem Sterben. Irisianer 2013
GLASER, Pernella: Tanz auf dünnem Eis. Carlsen 1999 (Tod des Geliebten durch Krebs)
STOKKE, Regine: Gegen die Angst. Oetinger (Aus Blogs im Internet-Tagebuch einer sterbenden Jugendlichen)
SUNDVALL, Viveca: Mein Bruder ist immer noch mein Bruder. Oetinger

Links und Webseiten zum Thema:
www.verwaiste-eltern.de und www.ita-ev.de

Uhrzeiten

Sonntag, 22.11.2022 von 9.00 – 17.00 Uhr

Seminarnummer2211-148
Beginn20.11.2022
Ende20.11.2022
Unterrichtseinheiten8
Fortbildungspunkte8
Veranstaltungsort
Karl-Wiechert-Allee 66, 30625 Hannover
Seminargebühr
129,00 €*
Besonderheiten

*inkl. Skriptgebühr und Arbeitsmaterialien . In den Gesamtkosten enthalten sind neben den Seminarunterlagen außerdem Heiß- / Kaltgetränke sowie Pausensnacks. Sonstige Nebenkosten wie Anreise Übernachtung, Verpflegung oder Mittagessen sind im Kurspreis nicht enthalten.

Für die Teilnahme können 8 Fortbildungspunkte für die Registrierung beruflich Pflegender angerechnet werden -> weitere Informationen / Voraussetzungen finden Sie HIER.

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