Ahnenfaktor - das emotionale Gepäck aus unserer Biografie (2210-100)

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Biografische Erbschaften bei Kriegsenkeln – die Rolle des „Ahnenfaktors“ in Therapie und Betreuung

Das emotionale Erbe unserer Vorfahren ist in unserer Psyche gegenwärtig.
Durch die Epigenetik hat das Wissen um die transgenerationale Weitergabe von Traumata in Kriegs- und Nachkriegsgenerationen seinen wissenschaftlichen Ritterschlag erhalten.
Für die Therapie und Betreuung spielt das Wissen um die emotionale Last eine erhebliche Rolle, die in der Ausbildung jedoch noch keine ausreichende Bedeutung erhält.

In diesem Seminar wird zu einer näheren Betrachtung angeregt.
Die Dozentin Susanne Benze führt Biografie-Seminare sowie Veranstaltungen zum Thema Sterbebegleitung durch, ist Drehbuch-Autorin und Regisseurin sowie Freie Rednerin und leitet eine Gruppe für Kriegsenkel und nachfolgende Generationen in Hannover.

Biografiearbeit und Traumata der eigenen Lebensgeschichte

Die Erkenntnis, dass „Erfahrung“ im weitesten Sinne vererbt werden kann, beschert uns einen völlig neuen Standpunkt.
Wir sind geprägt von den Erfahrungen, Geschichten und Gefühlen unserer Eltern und Großeltern – und jede Familie hat ihre hellen und dunklen Seiten. Konflikte, Verletzungen und Geheimnisse ziehen sich oftmals wie ein roter Faden durch Generationen – in der deutschen Geschichte zeigt sich das auf besondere Weise durch eine mangelnde Beachtung von erlittenen Traumatisierungen, Schuld und Scham und das Schweigen darüber.

Auf unserer Reise durchs Leben tragen wir familiäre Erwartungen, Wünsche, Aufträge und Botschaften wie sperriges Gepäck mit uns herum.
Noch schwieriger wird es, wenn wir neben dem Wünsche-Paket unserer Eltern auch noch das emotionale Gepäck unserer Vorfahren tragen.

Oft wird diese familiäre Last erst deutlich, wenn wir drohen, unter deren Gewicht zusammenzubrechen – wenn schmerzliche und ungelöste Lebensthemen der Ahnen massiv im eigenen Leben auftauchen und uns belasten: Opas Existenzängste, Omas Verluste und Vaters Versagensängste werden genauso transportiert wie Mutters tiefe Selbstzweifel oder ihr Hang zur Schwermut.

Die Traumatisierungen des Krieges oder auch die Indoktrination durch die nationalsozialistische Pädagogik haben erheblichen Einfluss auf die nachfolgenden Generationen.
Diese Problematik hat es seit den Publikationen von Sabine Bode über Kriegskinder und Kriegsenkel immer mehr in den gesellschaftlichen Fokus geschafft.
Ein wichtiger Schritt – nicht nur für die einzelnen Menschen und ihre seelische Not, sondern auch für unsere Gesellschaft.

Wir können nur dafür sorgen, belastende Verhaltensmuster nicht an die nachfolgenden Generationen weiterzugeben, in dem wir sie in unserer Familie anschauen und benennen, versuchen, ihre Herkunft zu verstehen und uns davon abgrenzen.

In diesem Seminar soll durch Selbsterfahrung und Austausch das Bewusstsein für das emotionale Gepäck aktiviert werden, das wir von unseren Ahnen mitbekommen haben, um dieses Wissen in Therapie und Betreuung erfolgreich einzubringen.

Zielgruppe

Pflegeberufe
Medizinische Fachberufe
Trauerbegleiter u. Seelsorger
Lehrer / Pädagogen
Therapeutische Berufe
Heilpraktiker/in Psychotherapie
Betreuungskräfte / Alltagsbegleiter
Interessierte
Begleitender Dienst
Auszubildende, Studenten und Schüler

Referent

Benze, Susanne

Uhrzeiten

Sonntag, 16.10.2022 von 09.00 – 17.00 Uhr

Seminarnummer2210-100
Beginn16.10.2022
Ende16.10.2022
Unterrichtseinheiten8
Fortbildungspunkte8
Veranstaltungsort
Karl-Wiechert-Allee 66, 30625 Hannover
Seminargebühr
195,00 €*
Besonderheiten

*inkl. Skriptgebühr und Arbeitsmaterialien . In den Gesamtkosten enthalten sind neben den Seminarunterlagen außerdem Heiß- / Kaltgetränke sowie Pausensnacks. Sonstige Nebenkosten wie Anreise Übernachtung, Verpflegung oder Mittagessen sind im Kurspreis nicht enthalten.

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