Achtsamkeitsbasierte Entspannungsverfahren in der Schmerztherapie (2209-112)

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Achtsamkeitsbasierte Entspannungsverfahren „AES“ für Kinder und Erwachsene in der Schmerztherapie

Was bedeutet Schmerz für mich?
Die Erkenntnis, sich nicht auf den Schmerz zu fokussieren und ihn dadurch stetig zu verstärken, steht im Vordergrund.
Es wird häufig das verstärkte Lenken des Aufmerksamkeitsfokuses auf den Schmerz angenommen, wenn aber durch gezielte Ablenkung vom Schmerz dadurch eine geringere Beachtung herbeigeführt wird, nimmt das Schmerzempfinden ab, somit wird der Schmerz weniger, oder manchmal auch gar nicht mehr, wahrgenommen.

Schmerz lindern – aber wie?
Hilfreich ist es hier, den Unterschied zwischen Wahrnehmung und Bewertung der Schmerzen zu verdeutlichen.
Bezogen auf das Verhalten erkennen die Patienten, was ihnen guttut und was sie nicht länger zu tun brauchen.
Die Wirkweise von Aktivierung und Entspannung können sie ebenfalls unter Anleitung gut für sich selbst definieren.
Die Patienten lernen verschiedene Entspannungsmöglichkeiten kennen und koppeln diese im Optimalfall noch mit einer hilfreichen imaginativen Suggestion (z.B. Schmerz verkleinern, Glücksgefühl ausdehnen).
Mentale Elemente und Methoden aus der achtsamkeitsbasierten Schmerztherapie erweitern das Spektrum der therapeutischen Interventionsmöglichkeiten.

Was lernen die Teilnehmenden in diesem Seminar?
Was ist Entspannung?
Ziele von körperlichen Entspannungsverfahren in der Schmerztherapie
Einsatz in der Praxis: Für wen? Wann? Wie?
Entspannung einführen
Entspannungstechniken – achtsamer Umgang mit dem Körper
Achtsamkeitsbasierte Schmerztherapie (ABST)
Einführung in die Progressive Muskelrelaxation (PMR)
Einführung in das Autogene Training (AT)
Imaginative Verfahren kennenlernen

als Bildungsurlaub anerkannt
Die Veranstaltung ist in Niedersachsen unter der VA-Nr. B21-106253-40 als Bildungsurlaub anerkannt.
Informationen über die Anerkennung in weiteren Bundesländern finden Sie hier.

Hintergrund

Stellen wir uns für einen Moment einen Säugling vor, der vollkommen entspannt daliegt und natürlich und tief atmet.
Bei jedem Atemzug bewegt sich sein ganzer Körper, sein Blick ist wach und sein Gesicht und seine Körperhaltung sind offen – das heißt vorbehaltlos.
Er bringt seiner Umgebung eine ganz natürliche Offenheit entgegen und reagiert auf diese entsprechend mit den Impulsen, die er von innen und von außen erhält.

Dieses Bild ist ein Beispiel für die natürlichen Kompetenzen wie Atmung, Körper und Herz, wenn sie alle gleichzeitig aktiv sind und dies führt zum Bewusstsein und zur Kreativität.

Hier geht es darum, ein Bewusstsein für die natürlichen Kompetenzen zu schaffen, sich an sie zu erinnern und sie wiederzuentdecken, um sie als Fundament für ein gutes Lern- und Entwicklungsumfeld der verschiedenen Verfahren anzuwenden.

Das Prinzip
Der Grundgedanke achtsamkeitsbasierter Verfahren ist es, dass sehr vieles von dem, was wir denken, fühlen und tun, Folge unbewusster, implizierter Prozesse ist.

Der Behandlungsweg besteht im Aufdecken automatisierter und funktionsgestörter Denk–, Gefühls– und Verhaltensmuster, um diese – aber nicht das Symptom – dann „über Bord zu werfen“.

Dabei ist die Intentionslosigkeit der Beobachtung von zentraler Bedeutung. Eine Beobachtung erklärt, warum Schmerzlinderung sich der willentlichen Steuerung entzieht, d.h. Symptome verstärken sich, wenn man sie weghaben möchte.

Auf das Leben bezogen bedeutet das, dass sie ihr Ziel nicht durch ihr Wollen erreichen, z. B. „Ich will jetzt meine Schmerzen loslassen“, sondern in dem Sie sie wohlwollend akzeptieren und es mit Gleichmut anschauen.

Als Beispiele fungieren Schwierigkeiten beim Einschlafen, Juckreiz, Nervosität, aber eben auch Schmerzen. Das Ziel besteht darin, Schluss zu machen mit der Gegnerschaft zum beklagten Symptom.

Alle achtsamkeitsbasierten Verfahren sind:
• Ressourcen orientiert im Gegensatz zu defizitorientiert
• Erfahrungsorientiert im Gegensatz zu verständnisbasiert
Bei Achtsamkeit geht es immer um die Konzentration auf den gegenwärtigen Moment ohne die Intention, verändernd eingreifen zu wollen.
Es wird immer bewusst ein Standpunkt der inneren Ruhe, durch Verzicht auf Bewertung und Analyse, angestrebt.
Dadurch ersetzt das Erleben und das aktive Annehmen das passive Erdulden und Leiden.
Durch den Verzicht auf das uns innewohnende Kontrollbedürfnis für Dinge, die sich unserem Zugriff verwehren, entsteht ein Zustand der Balance – das Loslassen von Verstrickung der Funktionsstörungen, die letztlich aus Schmerz Leid entstehen lassen.

Inhalte des Seminares:
Was ist Entspannung
Ziele von körperlichen Entspannungsverfahren in der Schmerztherapie
Einsatz in der Praxis: Für wen? Wann? Wie?
Entspannung einführen
Entspannungstechniken achtsamer Umgang mit dem Körper
Achtsamkeitsbasierte Schmerztherapie (ABST)
Progressive Muskelrelaxation (PMR)
Autogenes Training (AT)
Imaginative Verfahren

Zielgruppe

Ärzte
Heilpraktiker/in
Hebammen
Masseure / medizinische Bademeister
Pflegeberufe
Medizinische Fachberufe
Psychologen
Therapeutische Berufe
Gesundheits- & Krankenpfleger/innen
Interessierte
Auszubildende, Studenten und Schüler

Referent

Meyer, Bianca

Uhrzeiten

Montag, 19.09.2022 von 8.30 – 18.00 Uhr
Dienstag, 20.09.2022 von 8.30 – 18.00 Uhr
Mittwoch, 21.09.2022 von 8.30 – 16.15 Uhr

Seminarnummer2209-112
Beginn19.09.2022
Ende21.09.2022
Unterrichtseinheiten32
Fortbildungspunkte32
Veranstaltungsort
Karl-Wiechert-Allee 66, 30625 Hannover
Seminargebühr
445,00 € *
Besonderheiten

*zzgl. 15,00 € für Skriptgebühr und Arbeitsmaterialien .
In den Gesamtkosten enthalten sind neben den Seminarunterlagen außerdem Heiß- / Kaltgetränke sowie Pausensnacks. Sonstige Nebenkosten wie Anreise Übernachtung, Verpflegung oder Mittagessen sind im Kurspreis nicht enthalten.

Für die Teilnahme können 12 Fortbildungspunkte für die Registrierung beruflich Pflegender angerechnet werden.

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